Wo sollen Sie anfangen?
Wenn Sie bereits unter einer Phobie leiden, dann werden Sie bestimmt nicht wissen, wo Sie mit der Problembewältigung anfangen sollen.
Die beste Nachricht ist allerdings, Sie haben schon den ersten Schritt gemacht.
Der nächste Schritt wäre, über Ihr Problem offen zu reden. Informieren Sie sich über Angst, sprechen Sie mit Betroffenen - es gibt Foren (z.B. Oralophobia )und hilfsbereite Personen, die Sie dabei unterstützen können. Betroffene, die schon in Ihrer Lage waren, oder immer noch sind, werden Ihnen besser helfen können, als diejenigen, die diese Angst nur vom Hörensagen kennen. Wenn Sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben, können andere Ihnen vielleicht helfen, Ihre Meinung zu ändern. Leidvolle Behandlungen sind zum Glück nicht die Regel beim Zahnarzt sondern bleiben eher Ausnahmen.
Nehmen Sie sich Zeit, um sich zu informieren. Wenn Sie jahrelang gewartet haben, machen jetzt ein paar weitere Wochen nicht mehr viel aus. Für Sie ist im Moment nicht die Reparatur der Zähne wichtig, sondern die psychologische Heilung. Es sieht allerdings anders aus, wenn Sie akute Schmerzen haben oder eine Entzündung. In diesem Fall müssen Sie sofort zum Zahnarzt oder Notdienst gehen.
Wenn Sie sich allerdings noch nicht zum Zahnarzt trauen, können Sie als Alternative zum Psychologen oder Psychiater gehen. Diese können den Weg für eine zahnärztliche Behandlung ebnen und eventuell begleiten. Es ist leider so, dass diese keine Zähne behandeln können, somit müssen Sie früher oder später doch einen Zahnarzt in Anspruch nehmen.
Hier müssen Sie allerdings beachten, dass nicht jeder Zahnarzt mit Angstpatienten umgehen kann, geschweige denn sein Personal.
Sie müssen darauf achten, dass Sie einen Behandler finden, welcher mit ängstlichen Patienten gut vertraut ist und damit auch Erfahrung hat. Auch die Helferinnen müssen sich damit auskennen. Es wäre eine Katastrophe, wenn Sie in diesem Stadium bei einem Behandler landen, welcher mit Ihrer Problematik nichts anfangen kann.
Deshalb suchen Sie sich einen Spezialisten für zahnärztliche Psychotherapie.
Wenn Sie sich für einen Zahnarzt entschieden haben, rufen Sie bitte an und sagen Sie gleich am Telefon Bescheid, dass Sie Angstpatient sind und dass Sie einen Termin für eine Beratung haben möchten. Sie brauchen in der ersten Sitzung noch keine zahnärztliche Behandlung über sich ergehen zu lassen- es sei denn, Sie haben Schmerzen und müssen akut behandelt werden. In dieser ersten Sitzung wird der Zahnarzt mit Ihnen reden, sich über Ihre Angstgründe und Geschichte informieren, und wenn Sie das wünschen, Ihr Gebiss noch untersuchen. Sie werden warscheinlich einen Fragebogen ausfüllen müssen. Dies gibt dem Zahnarzt Aufschluss über Ihre Probleme, damit er seine Behandlung besser auf Sie ausrichten kann. Antworten Sie alle Fragen, die Ihnen der Zahnarzt stellt, gewissenhaft, erklären Sie dem Zahnarzt, wovor Sie sich am meisten fürchten (Geräusche, Spritze, Bohren etc.) Machen Sie sich zuhause Notizen, damit Sie Ihre Gedanken nicht vergessen. Viele Patienten sind im Behandlungszimmer derart verkrampft, dass sie sich an vieles nicht mehr erinnern können.